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  • Sandra Wagner

Play / Pause


Kennt ihr das? Manchmal hat man das Gefühl, als würde das Leben im Schnellvorlauf an einem vorbeiziehen. Der Familienplaner platzt aus allen Nähten, der Organizer am Smartphone erinnert in Dauerschleife an irgendwelche anstehenden Termine, die Spalten des aufgeklappten Tischkalenders, der auf dem Schreibtisch neben einem liegt, sind viel zu schmal und gäbe es nicht gelbe, grüne, rosa, blaue und grüne Textmarker hätte man sich schon lange im Chaos all der anstehenden Aktivitäten verloren, die nach und nach (im besten Falle) oder alle gleichzeitig (im dümmsten Falle) von einem erledigt werden wollen. Dringend, versteht sich, ohne Chance auf Aufschiebung. Natürlich. Einen Gang herunter zu schalten, wie man es von fürsorglichen Mitmenschen immer wieder empfohlen bekommt (bei mir ist es meistens die Mama) kommt in der derzeitigen Situation selbstverständlich absolut gar nicht in Frage! Wie soll denn das auch bitte gehen?! Gar nicht natürlich!


… oder doch???


Die aktuelle „Corona-Krise“ hat gerade etwas ganz Verrücktes gemacht. Etwas, das man in seinen kühnsten Träumen niemals für möglich gehalten hätte! Etwas Unmögliches, um genau zu sein.


Sie hat einfach so auf PAUSE gedrückt!


Aus. Ende. Nix mehr.


Und alles steht still.


Die eiligen und dringenden und auf keinen Fall verschiebbaren Termine starren einen mit offenem Mund an und schelten vorwurfsvoll, dass das ja wohl jetzt nicht ihr Ernst sein kann. Und während die eigene Schnappatmung nach und nach ruhiger wird, erhalten all die Termine in allen verwendeten Kalendern einen neuen Anstrich. Rot ist nun die Farbe der Wahl. Und der Begriff „abgesagt“ wird zum Wort der Stunde.


Auch mich hat „Corona“ erwischt.


Nein. Nicht im gesundheitlichen Sinne. Zum Glück! Mir geht es gut, und dem Himmel sei Dank, auch meiner Familie. Doch das Virus hat mich und vieles, was „MICH“ betrifft und von dem ich in letzter Zeit scheinbar auch unbemerkt dachte, dass es mich als Person ausmacht, „ge-absagt“ und ins Time-Out gestellt.


Alles fällt aus.


So auch meine Lesung am vergangenen Freitag und meine anstehende Buchlesung am bayernweiten Literaturfestival „Der Tod ist groß“ am 24. März. Um nur zwei Dinge zu nennen, die mir besonders wichtig gewesen wären, auch in „wirtschaftlicher“ Hinsicht…


Meine für diese Events vorbestellten Bücher sind „rechtzeitig“ bei mir eingetroffen, ebenso wie mein Werbematerial – gezahlt habe ich bereits im Voraus. Doch keine Lesung, keine Menschen, die ich mit meinem Herzenswerk von Angesicht zu Angesicht erreichen kann, keine Möglichkeit meine Bücher weiterzuverkaufen, keine Möglichkeit, meine Kosten wieder herein zu holen…

Das ist eine traurige Sache, nicht zuletzt auch in Hinblick auf meine Vorfreude an den geplanten Veranstaltungen und dem Zusammenkommen mit potentiellen lieben neuen Lesern.


Pause.


Stillstand.


Doch, wer mein Buch bereits gelesen hat, der ahnt, dass ich auch diese vom Leben herbeigerufene Situation, die im ersten Moment vielleicht als erschreckend oder gar niederschmetternd wirken kann, nicht lange als eine solche „Schlimme“ dastehen lassen möchte. Ich glaube fest daran, dass sie auch eine Chance für uns alle ist. Ich glaube fest an die Möglichkeiten, die sie uns bietet, um gerade jetzt, in den Stürmen dieser Zeit, in uns selbst wieder die Oase der Ruhe finden zu können, die uns in der Hektik des Alltags völlig aus den Augen verschwunden war. Ich glaube fest daran, dass die nächsten fünf Wochen, in denen ich mit meinen Kindern zuhause sein werde, eine geschenkte Zeit des Miteinanders sein wird. Ich glaube fest daran, dass die Verbindungen und Beziehungen zu unseren Mitmenschen in dieser Zeit enger werden können, auch wenn man sich durch verhängte Ausgangssperren vielleicht seltener zu Gesicht bekommt. Ich glaube fest daran, dass man gerade jetzt wieder einen gesunden Zugang zu sich selbst finden kann und seinem Körper, gerade jetzt in der angeordneten Zwangspause, mehr Gutes tun kann, als man im Schnellvorlauf überhaupt in Betracht gezogen hätte.


Ich glaube wie immer fest daran, dass am Ende alles gut ist. Und auch wenn wir noch nicht „am Ende“ der Corona-Krise angekommen sind, bin ich guter Dinge, dass wir es alle zusammen schaffen werden, in Selbst- und Nächstenliebe durch diese Krise hindurch zu gehen.


Nutzt die Pause für euch! Für eure Familie! Eure Kinder! Eurem Partner!


Und unterstützt euch gegenseitig! Übt euch, gerade jetzt, in Solidarität, achtet mehr auf euer Gegenüber und seid behutsam, im Umgang miteinander.


Und eine kleine aber irgendwie auch große Bitte an alle, die in diesen Zeiten gerne Online die alltäglichen Dinge erledigen und sich mit so Allerhand in Onlineshops eindecken: Tut es bitte bei regionalen Händlern! Auch viele Buchhandlungen aus unserer Region versenden nun versandkostenfrei an ihre Kunden – ihr müsst nicht immer zum großen A gehen, um euch und eure Kinder für die nächsten Wochen mit schönen Büchern einzudecken. Bestellt vor Ort, telefonisch oder über die Onlineshops der Buchhandlung eurer Stadt! Damit sie auch noch in Wochen, wenn das Leben wieder auf PLAY steht, noch für euch und uns da sein und zum gemütlichen Schmökern einladen können.


Und in meinem Falle: Bestellt „Wenn aus Trauer Liebe wird“ BEI MIR! Empfiehlt mein Buch euren Freunden, lieben Bekannten, oder Menschen, von denen ihr denkt, es könnte ihnen eine Stütze, ein Begleiter, ein Herzensgeschenk sein. Ich habe aktuell so viele Bücher bei mir im Büro in Kartons verpackt, die ich im Moment leider mangels Lesungen nicht verkaufen kann. Ich würde mich sehr freuen, ein paar dieser Bücher inklusive persönlicher Widmung an liebe Menschen verschicken zu dürfen. Versandkostenfrei natürlich, das Porto übernehme ich!


Die Welt steht still.


Und wir alle dürfen nun ausatmen, den Rotstift in die Hand nehmen, und die Termine wegstreichen, die uns zum Schnellvorlauf gezwungen hatten.


Nehmt euch ein gutes Buch in die Hand und macht PAUSE.


Bleibt gesund und nutzt diese „verrückte“ Zeit, um zurück zum Wesentlichen zu finden... Zum ganz persönlichen Frieden, der in jedem von uns, mehr oder weniger tief, im Innersten verborgen liegt und in dieser ganz außergewöhnlichen Situation nur darauf wartet, von uns selbst wieder wachgeküsst zu werden.


Und das Allerwichtigste zum Schluss, vergesst nicht: Am Ende wird alles gut …


Eure Sandra




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