• Sandra Wagner

Heute ist Welttag des Buches!!!


Hmm… eigentlich ein ganz normaler Tag. Was soll daran schon besonders sein?


Ich erinnere mich zurück an eine E-Mail, die ich einige Monate nach dem Tod meiner Zwillinge (oder besser gesagt nach der Geburt meiner beiden Engel) an eine liebe Freundin geschickt habe…


Was das mit dem Welttag des Buches zu tun haben soll? Lest einfach einmal den nachfolgenden Textauszug:


" (...) Ich trage zur Zeit ein ganz starkes Empfinden in mir, das mir sagt, dass Romy und Lenny glücklich sind, da wo sie jetzt sind. Ich bin mir dessen wirklich total sicher! Ich spüre gerade sogar, wie sie lächeln, wenn ich dir das schreibe!
Langsam keimt so ein zuversichtliches Gefühl in mir auf, dass sie nicht „einfach so“ gegangen sind...
Ich hatte schon von Anfang an dieses seltsame Gefühl - bereits nach der Geburt in der Klinik redeten Marco und ich darüber - zu der Phase aber noch unbewusst - dass unsere Babys Liebesengel sein müssen! Sie kamen auf die Welt, um Liebe zu bringen. Ganz tiefe, innige Liebe! Sie schenkten uns Gefühle, die wir zuvor nicht kannten und machten uns dadurch zu anderen Menschen. Ich sage nicht zu besseren, aber sie veränderten uns tief im Herzen.
(...)Ich denke, Romy und Lenny haben in uns den für sich kürzesten und schönsten Weg gewählt, sein zu dürfen, was sie wollten! Nämlich Engel.
Sie wählten bewusst mich als ihre Mama und Marco als ihren Papa, weil sie wussten, wir würden an diesem Schicksal nicht zerbrechen. Sie wussten, wir würden ihre Spuren aufnehmen und versuchen, irgendwann einen Sinn hinter alle dem erkennen zu können. Ihnen war klar, dass ich mich nicht für die zu frühe Geburt verantwortlich machen könnte, weil ich während der Schwangerschaft alles so ruhig wie möglich für uns drei habe angehen lassen. Sie wussten auch, dass ich meinen Glauben nicht verlieren würde, sondern ihn vielleicht einfach neu ordnen müsste, um dann noch gereifter daraus hervorzugehen. Sie wussten, dass ich ihre Stimmen vernehmen und ihre tröstenden Botschaften empfangen und WAHRNEHMEN könnte!
(...)Sie haben in ihrer kurzen Lebzeit so vieles bewirkt und wirken noch immer! Sie haben mich an Engel glauben lassen, ganz tief im Herzen! Sie haben Marco und mich noch enger zusammen geschweißt. Sie haben mir meine große Angst vor dem Tod genommen. Heute weiß ich, dass man geliebte Menschen niemals verlieren kann!
Ihre Liebe schlägt so große Wellen. Jeder ist berührt von den beiden, von der Liebe, die sie nun in mir ausleben und von der Stärke, die ich durch sie ausstrahle.
Die Hebamme, die mich in der Klinik dazu überredet hatte, mich von unseren Babys zu verabschieden, rief in der vergangenen Woche bei mir an. Sie weinte mit mir und sagte, sie würde noch immer so oft an uns denken. Die ganze Geburtenstation sei so betroffen, und noch heute würden sie von jenem Samstag sprechen, als wir gekommen wären, mit dieser großen Liebe und ALLES für unsere beiden Kinder getan hätten, mit dieser Kraft, und wie sie dann die beiden wunderschönen kleinen Babys gesehen und alle mit uns gehofft hätten, dass sie überleben würden...
Ich bedankte mich noch einmal von Herzen bei dieser wundervollen Frau, dass sie mir in diesem schrecklichen Moment die Kraft dazu gegeben hatte, meinen Kindern Lebewohl zu sagen! Ich erklärte ihr, dass dieser Moment für mich unersetzlich und so unendlich wertvoll gewesen sei und sie musste mir versprechen, dass sie IMMER alle Mütter dazu bewegt, ihr Sternenkind ein letztes Mal in den Arm zu nehmen und bewusst von ihm Abschied zu nehmen! Und sie versprach es mir ganz fest...
Romy und Lenny sind zwei Liebesengel! Sie begleiten mich, so eng, so untrennbar!
Und ich werde mein Lebtag von ihrem wundervollen Dasein erzählen und davon, wie viel sie uns geschenkt haben! Wie viel sie allen Menschen, die ihnen begegnet sind, geschenkt haben.
…und wer weiß, wie vielen Menschen ich noch mit meinen wundersamen Erfahrungen helfen kann?? Vielleicht schreibe ich ja eines Tages ein Buch darüber...!?“


Ich atme tief ein. Ich lächle. Und wische mir eine Träne ab…


Seit dem Tag dieser E-Mail sind mehr als zehn Jahre vergangen. Mein Buch ist geschrieben.


Und ich erzähle heute noch tagtäglich vom wundervollen Da-Sein meiner beiden Engel Romy und Lenny und gebe ihrem Leben damit jeden Tag einen Sinn.


Der Welttag des Buches ist also heute...

Eigentlich kein besonderer Tag. Aber für mich und meine beiden Co-Autoren Romy und Lenny ein ganz besonderer Anlass, um gemeinsam nostalgisch zu werden und in Liebe auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken, die bereits hinter uns liegt und uns auf die gemeinsamen Liebesprojekte zu freuen, die wir zusammen ganz bestimmt noch auf die Beine stellen werden.


Danke, dass es euch gibt, Babys!





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