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Mama ist, wer liebt - Adoption, Geburt und alles dazwischen

  • Sandra Wagner
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

In einer Facebook-Gruppe ging es vor Kurzem um die Frage, ab wann sich eine Frau „Mama“ nennen darf.

 

Ab dem positiven Schwangerschaftstest?

Ab der Geburt?

Zählt eine Fehlgeburt, eine kleine oder stille Geburt dazu?

Muss das Herzchen geschlagen haben?

 

Ich verfolgte diese lebhafte Diskussion interessiert und war gleichzeitig irritiert darüber, wie viele scheinbar „Nichtbetroffene“ sich berufen fühlten, darüber zu urteilen, wer sich Mama nennen darf und wer nicht. Und mehr noch: Wie selbstverständlich diese Meinungen auch Sternenmamas gegenüber vertreten wurden.

 

In diesem Beitrag geht es jedoch einmal nicht um Sternenmamas!

 

Sondern um Adoptivmamas.

 

Denn so sehr mich die Kommentare zur Mutterschaft von Sternenmüttern berührten und ärgerten, besonders erschüttert hat mich die Aussage einer Frau, die schrieb:

 

"Eine Mutter ist man nur nach der Geburt des Kindes, und bei einer Adoption erst ab deren Rechtmäßigkeit."

 

Bei einer Adoption erst ab deren Rechtmäßigkeit? 😳

 

Wer den Weg einer Adoption nicht selbst gegangen ist, wer also keine "Herzmama" ist, sollte sich - so empfinde ich es - auch nicht anmaßen, darüber zu urteilen.

 

Ich bin Mama seit dem Moment, in dem ich von meinem Kind erfahren habe. Seit dem Moment, in dem dieses kleine Wesen über den Bauch einer anderen Mama in unser Leben getreten ist und uns zu den glücklichsten Eltern der Welt machte. Ich bin Mama mit Leib und Seele, seit ich mein Baby kurz nach der Geburt das erste Mal im Arm hielt. Und ich bin Mama bis in die letzte Faser meines Körpers von diesem wundervollen Kind, das heute seit über einem Jahrzehnt nicht nur Teil meines Lebens ist, sondern mein Leben bedeutet - und mit dem ich auf Seelenebene bereits lange vor seiner Geburt verbunden war!

 

Die Mühlen der Bürokratie mahlen in Deutschland oft sehr langsam. Auch zum Leid vieler Adoptivfamilien. Die sogenannte „Rechtmäßigkeit“ tritt nicht selten erst nach vielen Jahren ein. Manchmal sogar erst mit der Volljährigkeit des Kindes. Bis dahin lebt es rechtlich gesehen im Pflegestatus, obwohl es von Geburt an in SEINER Familie angekommen ist und sich dort in Liebe verwurzelt.

 

Will man ernsthaft behaupten, dass eine Frau sich dann erst nach 18 Jahren "Mama" nennen darf?!

 

Mama zu sein ist keine juristische Kategorie.
Mama zu sein ist eine Haltung.
Eine Lebensweise.
Eine tiefe innere Entscheidung.
Und eine Verantwortung, die das ganze Leben prägt.

 

Ich habe mein Kind nicht selbst geboren.

Und ich werde der Bauchmama meines Kindes mein Leben lang dankbar sein, dass ich die Mama dieses kleinen, schutzbedürftigen und so unendlich liebenswerten Babys werden durfte.

 

Dieses Kind hat mein Herz vom ersten Moment an bis an seine Grenzen und darüber hinaus ausgefüllt, ganz ohne Stempel, ganz ohne Rechtmäßigkeit.

 

Dieser Beitrag ist ein Appell.

An alle Frauen.

An alle Mütter.

 

Egal, ob dein Kind heute ein positiver Strich auf einem Test ist,

ob sein Herzchen gerade in deinem Bauch schlägt,

ob es vor oder nach der Geburt wieder zu den Sternen gereist ist,

oder eben auch, ob es durch den Bauch einer anderen Frau den Weg in dein Leben gefunden hat:

 

Wenn du liebst, bist du Mama!

Mit Würde.

Mit Tiefe.

Mit allem, was dieses Wort bedeutet.

 

Niemand hat das Recht, dir deine Mutterschaft abzusprechen.

 

Denn das Band zwischen dir und deinem Kind ist real.

Es ist stark. Und es ist untrennbar.

Egal, wo dein Kind heute ist. 

Egal, wo es herkommt.

 

Steh zu deinem Mama-Sein!

Sprich den Namen deines Kindes mit Stolz.

Denn wer, wenn nicht du, darf dieses Kind immer wieder ins Leben rufen?

 

Wer, wenn nicht seine MAMA 🙏❤️

 

 


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