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  • Sandra Wagner

Vom Traum zur Wirklichkeit

Gerade bin ich über eine E-Mail gestolpert, die ich im Mai 2016 an meine Trauerbegleiterin geschickt habe:


„(...) Die Geburt und der Tod unserer Zwillinge liegen nun beinahe 6 Jahre hinter uns...

Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, was seitdem alles passiert ist. Nur ein Augenblick allerdings, wenn man nach dem kaum fühlbaren Hauch einer Ewigkeit geht, der "zwischen" uns und unseren Kindern liegt. Romy und Lenny sind nach wie vor tagtäglich präsent. Sie leben mit uns. In unserer Mitte. Zwar nicht in Fleisch und Blut, wie es ihre beiden Geschwisterchen tun, aber dennoch auf ihre Art und Weise ganz fest verankert in unserem Zentrum.


Ich habe im März begonnen, mich an meinen großen Traum des Schreibens zu wagen und die ersten Kapitel meines eigenen Buches verfasst! Hierfür absolviere ich ein Fernstudium bei der Schule des Schreibens, bei der ich gerne die Formen des Biografischen Schreibens erlernen möchte, um überhaupt einmal eine Idee davon zu bekommen, wie ich mein Ziel überhaupt verwirklichen kann.


Im Zuge dieser neuen Ausbildung und den Aufgaben, die sich mir dabei stellen, komme ich natürlich auch wieder hautnah in Berührung mit der intensivsten Zeit meines Lebens: Dem Verlust meiner beiden erstgeborenen Kinder.


Es ist für mich ein großer Spagat - zeitgleich das Glück meiner Familie auf der Erde zu genießen und gleichzeitig meine Trauer aufzuarbeiten, die in den letzten Jahren immer mehr in den Hintergrund gerückt ist. Ich nehme wahr, wie ich durch diese beiden absolut gegensätzlichen Empfindungen von Familienglück auf der einen und Kindsverlust auf der anderen Seite immer wieder an meine Grenzen stoße.


Ich will dieses Buch unbedingt schreiben! Ich war mir dessen gleich zu Beginn meines Trauerweges bewusst und fühle mich fast so, als hätte ich diese Verabredung mit meinen beiden Kindern im Himmel getroffen... Aber jetzt, bei den ersten Schritten zur Verwirklichung dieses Traums, zögere ich und bin mir nicht mehr sicher, ob ich all dem überhaupt gewachsen bin…


Ich liebe es, zu schreiben. Und ich bin mir sicher, dass meine Geschichte für viele Betroffene ein Mutmacher sein kann, ein kleiner Kompass, der sie in ihrer Trauer ein klein wenig begleiten und vielleicht sogar, leiten kann… Auf der anderen Seite befürchte ich, dass meine zwei kleinen Töchter diese neue Schwere bei mir spüren werden und ich ihnen dadurch vielleicht eine Stück weit Leichtigkeit im Alltag nehme.


...all das und noch mehr geht mir momentan durch den Kopf und ich würde mich freuen, wenn wir uns bald einmal treffen könnten, (…)“


Es berührt mich sehr, diese Zeilen von "damals" zu lesen…


Es führt mir vor Augen, welchen Weg ich bereits gegangen bin und es macht mich unheimlich stolz zu sehen, dass bei jedem Schritt und Tritt meine Familie ganz fest an meiner Seite war!

Ich bin meinem Mann so dankbar für seine große Rückendeckung! Dafür, dass er seit eh und je der Fels in meiner Brandung ist. Ich bin unheimlich stolz auf unsere beiden kleinen Töchter, die mit einer so großen Feinfühligkeit heranwachsen und durch deren Herangehensweise die großen Themen des Lebens wie Tod, Trauer und Himmel eine wunderbar kindliche Leichtigkeit erhalten. Ich bin so froh und voller Liebe, dass unsere Sternenkinder mich vor rund neun Jahren auf diesen Weg geschubst haben, den ich heute tatsächlich als den MEINEN betiteln kann!


Und ich bin total glücklich, dass mein Traum vom eigenen Buch heute kurz vor der Verwirklichung steht!


Gerade habe ich das Korrektorat meines Manuskripts an meinen Verlag zurückgeschickt und bin schon gespannt auf die nächsten aufregenden Schritte zur Veröffentlichung meines Herzenswerkes!


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