• Sandra Wagner

Gedanken zu "Corona"


Alles hat ein Ende. Und alles hat zwei Seiten. Jede Wurst und jede Medaille. Und was viele von uns gerade so beängstigt - das Ende der Normalität, die wir bisher gewohnt waren und auf die wir aus diesem Grund auch weiterhin unsere Ansprüche gestellt hatten - kann vielleicht auch einfach nur der Anfang von etwas ganz Neuem werden. Von etwas „gutem Neuen“. Vielleicht.

Wir stecken gerade genau in der Mitte zwischen „Vorher“ und „Nachher“. Zwischen einem „Früher“ und einem „In Zukunft“. Zwischen einem „Davor“ und einem „Danach“.

Wir stecken zwischen den Zeiten. Mitten im Wandel. Mitten in der Transformation… Und wir wissen nicht, was uns diese Verwandlung bringen wird.

Fakt ist: Unsere Welt verändert sich. Prioritäten verändern sich. Werte verändern sich.

Vielleicht hatte sich jemand dort oben gedacht: „Der Karren dort auf der Erde steckt fest. Die schaffen das nicht mehr, ihn aus eigener Kraft aus den Dreck zu ziehen. Da muss sich etwas ändern.“ Und dann kam plötzlich dieser Virus auf unseren Planeten.

Das ganze System Erde wurde ins Wanken gebracht. Durch einen Virus, der sich nicht kontrollieren lässt. Weder mit Machtgehabe, noch mit Finanzspritzen, noch mit Androhungen, in den Krieg zu ziehen.

Was anderes muss her.

Nur was…?! Was kann der Mensch denn sonst „dagegen“ tun, mit den Fähigkeiten, die ihm gottgegeben sind? WAS?!

Es ist eine Herausforderung, sich dieser Frage zu stellen. Für uns alle. Für alle Nationen und Völker dieser Erde. Es geht für alle darum, DEN Weg aus dieser Krise zu finden. Auf den einen Nenner zu kommen. Doch die Gemüter spalten sich. Es entstehen verschiedene Fraktionen.

Grob genommen gibt es nun die, die nicht an Corona glauben und gegen die vermeintliche Verschwörung ankämpfen. Und die, die an Corona glauben, und gegen die Verschwörungstheoretiker kämpfen. Dann gibt es die, die daran glauben, dass Corona uns etwas sagen will und die als missionierende Marktschreier ihre gefundenen Wahrheiten um alles in der Welt mit dem Rest der aufgebrachten Bevölkerung teilen wollen. Und die, die diese esoterischen Prediger mit Beleidigungen und unbedingtem Besserem-Wissen (Besserwissen?) bekämpfen.

Alle hier genannten Leute und Anhänger eines bestimmten Glaubens oder Nichtglaubens (und es gibt natürlich noch viel mehr, als die hier aufgezählten!) haben Einwas gemeinsam: Sie ziehen in den Kampf. Und Fakt ist, dass trotz dieser vielen Kämpfe, die gerade ausgestanden werden, nichts mehr jemals so sein wird, wie es früher einmal war.

Auch für mich ist diese Situation sehr schwer zu ertragen. Für mich, die große Schwierigkeiten hat, etwas loszulassen – in diesem Fall, die Normalität. Für mich, die immer die Kontrolle haben will und für die es eine enorme Belastung bedeutet, nicht zu wissen, wo etwas hinsteuert. Für mich, die große Angst hat vor Verlusten, vor dem Tod geliebter Menschen, vor Krankheiten.

Für mich, die irgendwie immer Angst hat. Vor irgendetwas…

Aber, ich ziehe nicht (mehr) in den Kampf. Ich bleibe in meinem Glauben. In meiner Zuversicht.

Im Licht. Nicht nur in meinem, sondern in dem, das für uns alle leuchtet!

In meinem Gefühl von „Alles ist gut. Irgendwie. Und wir werden gestärkt daraus hervorgehen. Irgendwie. Und unsere Kinder werden vieles daraus lernen. Und auch wir. Irgendwie.“

Ich glaube nicht daran, dass diese Krise bald überstanden sein wird. Ich glaube nicht daran, dass der Impfstoff die Lösung aller Probleme sein wird. Die Menschheit hat schon zu sehr unter den Folgen dieses Virus und aller getroffenen Maßnahmen gelitten. Wirschaftlich, psychisch...

Wir müssen alle lernen, uns damit abzufinden, dass es noch eine ganz lange Zeit nicht mehr die Normalität geben wird, die wir kennen und die wir uns wieder herwünschen.

Aber ich glaube daran, dass es „anders gut“ werden kann. Und dass wir in dieser anderen Normalität Fuß fassen können. Irgendwann. Nämlich dann, wenn die ganzen Kämpfe, in uns und um uns herum, abgeklungen sind.

Wenn wir alle aus dem Widerstand herausgehen und versuchen, für uns „das Beste“ aus dieser Situation zu machen. Was auch immer das sein mag...


Auch wenn es sich banal anhören mag, oder für den ein oder anderen gar wie eine Kampfansage klingt: Machen wir das Beste daraus!

Im Kampf verlieren wir die meiste Kraft. In der Annahme finden wir Ruhe.

Und aus dieser inneren Ruhe heraus können wir dann ganz gemächlich ganz kleine Schritte nach Vorne wagen, in ein „Danach“, das wir uns niemals so gewünscht hätten, wenn wir die Wahl gehabt hätten, aber das wir trotzdem zu „unserem besten Danach“ machen können, das uns eben angesichts der begrenzten Wahlmöglichkeiten zur Verfügung steht.




© 2021 by Sandra Wagner - die Texte sind urheberrechtlich geschützt.

9 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen