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Nur noch eine Berührung

  • Sandra Wagner
  • 15. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Die Geschichte hinter einem Gedicht über Liebe, Verlust und zwei Engel


Dieses Gedicht schrieb ich vor einigen Jahren. Damals fehlten mir die Worte für das, was geschehen war, also schrieb ich Bilder.


Erst viele Jahre später, heute Morgen, bat ich ChatGPT, mein Gedicht unvoreingenommen zu lesen und zu deuten. Die Interpretation hat mich tief berührt, weil sie so vieles erkannt hat, ohne die Geschichte dahinter zu kennen.


Eine KI hat mich noch nie zum Weinen gebracht, bis zu diesem Moment.


Mein Gedicht lautet:


Nur noch eine Berührung


Eine begrenzte Unendlichkeit

Ein unsicherer Zweifel

Die Erfüllung eines lebenslangen Traums


Ein Leben in einer Stunde

ein Blumenmeer im Nichts

und die Angst im Bauch schafft sich Raum


Eine Galaxie in einem Stern,

die ganze Welt, ein Lebensmittelpunkt

Die Reflexion der Sonne in einer Träne


Sonnenblumen, die blühen

Flirrender Sommer über den Asphalt

und Vogelgezwitscher finden keinen Platz in der Seele


Eine Frau und ein Mann

und ein „Davor“

eine bedrohliche Unausweichlichkeit


Ein Liebespaar, vier Herzen

und ein Wagen, der rast

Ein Tempolimit und eine Fahrt in die Zeit „Danach“


Nur noch eine Berührung! Nur noch eine Berührung! 


Alles andere ist ein lautloser Schall

Ein Stern der am Rande des Himmels verglüht

Ich will euch tragen

Euch begleiten

Durch alle Gezeiten

und durch die Wellen unseres Schicksals


Ein kleiner Junge, der Ball spielt

ein Mädchen, das tanzt

Ein Garten, ein Eis, eine Schaukel


Eine Phantasie, die geboren war

Eine Wärme, die nun ist

Und zwei Funken, die der Wind nicht auslischt


Ein perfektes Bilderbuch,

eine Liebegeschichte

ein Defekt

Die kleinste Familie der Welt


Ein Schrei, der nie entsprang

Ein Abschied vor dem Gruß

Und eine Unvollständigkeit, die sich über alles erstreckt 


Eine Täuschung, ein Schöpfer

ein Gott des Verrats

Und ein versprochenes Geschenk

das es nie gab 


Nur noch eine Berührung! Nur noch eine Berührung!


Alles andere ist ein lautloser Schall

Ein Stern der am Rande des Himmels verglüht

Ich will mit euch sein

Euch groß werden sehen

Und euch den Himmel auf Erden zeigen


Zufälle, das Schicksal

ein Baby, ein Gigant

ein Herzschlag, der plötzlich verklingt


Ein Schatz, aber keine Karte

eine Ahnung, doch kein Ziel

und ein Kompass, der unbemerkt lenkt 


Um zu erkennen, um zu wachse

num zu sehen, was dort oben ist

Wo es unmöglich scheint, Glauben zu entlassen 


Ein Blick ins Jenseits, jenseits unserer Welt

Zum Erschaffen eines faszinierenden Bildes

Zum Füllen der Spiegel mit untrüglichen Zeichen

die in der Widergabe ein erneuertes Weltbild zeigen


Nur noch eine Berührung! Nur noch eine Berührung! 


Alles andere ist ein lautloser Schall

Ein Stern der am Rande des Himmels verglüht 

Ich lasse mich von euch tragen

Mich von euch begleiten

Durch alle Gezeiten

und durch die Wellen unseres Schicksals 


Eine Mutter

Zwei Engel

Eine Berührung

Und alles andere ist ein lautloser Schall


....das ist mein Gedicht. ✨️🙏


Und Chat gpt deutet es heute, nach so vielen Jahren, wo ich es nur für mich behalten hatte, weil ich dachte, es sei zu "hieroglyphisch", zu kompliziert - einfach "zu viel", so tief, so unfassbar richtig und wahr, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten kann 👼👼💖🙏🥲


Die KI schreibt:


Es ist ein sehr persönliches Gedicht, und ich habe den Eindruck, dass es nicht in erster Linie erzählt, sondern versucht, einen inneren Zustand erfahrbar zu machen.

Ja, ich glaube zu erkennen, worum es geht – wobei natürlich nur du sicher sagen kannst, ob ich richtig liege.


Mein Verständnis ist: Es handelt von einer Mutter, die zwei Kinder verliert – vermutlich noch vor oder kurz nach der Geburt. Der wiederkehrende Ruf „Nur noch eine Berührung!“ wirkt wie der Wunsch nach dem einen Moment, der nie wirklich stattfinden durfte: die Kinder noch einmal (oder überhaupt einmal) halten, fühlen, berühren zu können. Dass am Ende aus dem anfänglichen „Ich will euch tragen“ ein „Ich lasse mich von euch tragen“ wird, empfinde ich als den emotionalen Wendepunkt des Gedichts. Aus dem Wunsch, die Kinder zu beschützen, wird die Vorstellung, dass sie nun die Mutter tragen.


Ein paar Dinge, die mich besonders berührt haben:


Die Gegensätze

Fast jede Zeile besteht aus Paradoxien oder extremen Kontrasten:

„Eine begrenzte Unendlichkeit“

„Ein Leben in einer Stunde“

„Eine Galaxie in einem Stern“

„Ein Abschied vor dem Gruß“

„lautloser Schall“

Das erzeugt das Gefühl, dass die normale Logik nicht mehr gilt. Genau so fühlt sich tiefe Trauer oft an: Die Welt funktioniert weiter, aber innerlich scheint alles gleichzeitig wahr und unmöglich.


Die Struktur

Du arbeitest fast wie mit Atemzügen. Aufzählungen. Dann wieder eine Zeile, die alles zusammenfasst.Und immer wieder: "Nur noch eine Berührung!" Dadurch wird dieser Satz fast zu einem Herzschlag. Jedes Mal, wenn er erscheint, zieht er das Gedicht zurück auf seinen eigentlichen Kern.


Die Bilder

Einige Bilder finde ich besonders stark.

"Ein Abschied vor dem Gruß" Das ist für mich vermutlich die stärkste einzelne Zeile des ganzen Gedichts. In fünf Wörtern steckt eine ganze Tragödie.

Auch: "Ein Schrei, der nie entsprang" ist sehr eindrücklich. Und: "Die kleinste Familie der Welt" hat etwas sehr Schmerzhaftes, gerade weil es so schlicht formuliert ist.


"Ein Liebespaar, vier Herzenund ein Wagen, der rast

Ein Tempolimit und eine Fahrt in die Zeit "Danach".

Das ist keine Metapher für einen Unfall, sondern eine Momentaufnahme. Gerade dadurch wirkt sie so eindringlich.


"Vier Herzen" ist eine wunderschöne Formulierung. Es beschreibt in zwei Worten etwas sehr Konkretes: zwei Menschen, zwei ungeborene Kinder – eine Familie, die bereits vollständig existiert, obwohl sie noch nicht gemeinsam auf der Welt ist.


Dann: "und ein Wagen, der rast."

Das Verb "rast" trägt eine ganz konkrete Bedeutung. Nicht Leichtsinn. Nicht Abenteuer. Sondern Verzweiflung. Der Versuch, der Zeit davonzufahren.

Und die Zeile "Ein Tempolimit und eine Fahrt in die Zeit "Danach" hat etwas Grausames. Das Tempolimit steht sinnbildlich für eine Grenze, gegen die der menschliche Wille machtlos ist. Ihr konntet schneller fahren, ihr konntet alles versuchen – aber die eigentliche Grenze war nicht die Geschwindigkeit. Es war die Zeit. Das "Danach" begann schon während dieser Fahrt....


"Ein Garten, ein Eis, eine Schaukel."

Das sind keine beliebigen Bilder. Es sind die Zukunftsbilder, die Eltern automatisch entwerfen. Dinge, die so selbstverständlich erscheinen, dass man sie gar nicht als Träume wahrnimmt – bis man merkt, dass sie nie Wirklichkeit werden.


Oder: "Ein Schrei, der nie entsprang."

Ich musste daran denken, dass viele Eltern, die ein Kind sehr früh verlieren, genau diesen fehlenden ersten Schrei als etwas Unfassbares beschreiben. Es ist eine Stille, die sich einprägt...


Die zweite Hälfte:

Hier wird das Gedicht deutlich spiritueller.

"Engel. Gott. Jenseits. Zeichen. Schicksal."

Ich hatte den Eindruck, dass hier weniger Antworten gegeben werden als der Versuch beschrieben wird, überhaupt einen Sinn zu finden. Besonders diese Zeilen: "Wo es unmöglich scheint, Glauben zu entlassen" lesen sich für mich wie ein Ringen mit Gott – nicht als einfacher Glaube, sondern als etwas, das trotz Enttäuschung nicht ganz losgelassen werden kann.


Am stärksten trifft mich das Ende:

"Ich will euch tragen." stand am Anfang, und später "Ich lasse mich von euch tragen."

Diese Veränderung wirkt nicht nur poetisch, sondern wie etwas, das über Jahre gereift ist. Am Anfang ist da der Instinkt jeder Mutter: Ich muss meine Kinder tragen, beschützen, begleiten. Am Ende steht die Erkenntnis: Das geht nicht mehr. Aber ihre Existenz trägt dich weiterhin. Nicht im Sinne eines einfachen Trostes – sondern weil sie Teil deines Lebens geblieben sind.

Diese Umkehrung finde ich sehr bewegend.


Ich möchte dir noch etwas sagen: Man merkt dem Gedicht an, dass es nicht "über Trauer" geschrieben wurde, sondern aus Trauer heraus. Viele Gedichte über Verlust versuchen, möglichst schöne Bilder zu finden. Bei deinem habe ich eher das Gefühl, dass die Bilder sich aufdrängen, weil normale Sprache nicht mehr ausreicht. Gerade deshalb gibt es Zeilen wie: "Ein Abschied vor dem Gruß." Für mich ist das eine der stärksten Zeilen des ganzen Gedichts. Sie erklärt nichts. Sie beschreibt nichts. Und doch versteht man intuitiv alles, was darin steckt. 


Und schließlich:

"Eine Mutter

Zwei Engel

Eine Berührung

Und alles andere ist ein lautloser Schall"

Das wirkt fast wie ein Nachsatz, der alles Vorherige auf wenige Worte verdichtet....


Wow, genauso war mein Gedicht gedacht 🥲❤️🙏👼👼 

Genau so.... Danke Chat gpt. 🥹






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