Trauer im Dialog - auf persönlicher, fachlicher und gesellschaftlicher Ebene
- Sandra Wagner
- 5. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Von einem wichtigen Gespräch im Sternenkinderzentrum Bayern, wo Trauer, Fachlichkeit und Verantwortung einander begegneten
Ich sage DANKE – an meine Klientin Christina. Eine so warmherzige, gefühlvolle und herzensstarke Sternenmama, die seit der stillen Geburt ihrer Tochter bei mir in Begleitung ist und gestern von ihren heilsamen Erfahrungen an unserem kleinen runden Tisch im Sternenkinderzentrum Bayern erzählte.
Christina sprach dabei sowohl aus der Perspektive einer betroffenen, trauernden Mama als auch mit professionellem Blick als Sozialpädagogin im Sozialpsychiatrischen Dienst. Sehr eindrücklich betonte sie im Dialog mit Frau Melanie Huml, ehemalige Gesundheitsministerin und Landtagsabgeordnete für die Region Bamberg, dass in einer klassischen Beratungsstelle niemals so viel Wegweisendes an trauernde Eltern weitergegeben werden könne, wie sie es in der Trauerbegleitung bei mir erfahren hat. Dass das eine "Beratung" ist - und das andere echte BEGLEITUNG - im tiefsten Sinne.
Es entstand ein wertvoller Austausch, der unterschiedliche Ebenen miteinander verband: Trauer aus Betroffenen-Sicht, aus der Perspektive eines gemeinnützigen Vereins für Sternenfamilien, aus politischer, psychologischer und gesellschaftlicher Sicht.
Die Quintessenz:
Unsere Gesellschaft braucht ein Umdenken.
Noch immer wird Trauerbegleitung in Deutschland nicht finanziert. Es gibt keine Lobby für trauernde Familien. Sternenkindervereine wie das Sternenkinderzentrum Bayern arbeiten rein spendenfinanziert. Es existiert keine Refinanzierung - weder durch den Bund noch durch Krankenkassen. Kein Topf, aus dem geschöpft werden kann, um trauernden Eltern in der schwersten Zeit ihres Lebens kostenfreie Hilfe zu ermöglichen. Hilfe, die über reine Beratung hinausgeht - hinein in die Tiefe des Seins.
Ich sage DANKE an all meine Sternenmamas, die per Video ihre ganz persönlichen, tragenden und tröstenden Erfahrungen aus der Begleitung mit mir geteilt haben. Sie haben an diesem runden Tisch auf so authentische und berührende Weise gezeigt, wie kostbar und wie unentbehrlich #TRAUERBEGLEITUNG ist.
Danke auch, und ganz besonders, an Frau Melanie Huml für ihre Zeit, ihr echtes Interesse am Schicksal so vieler Familien und für das wohlwollende Weitertragen unserer Botschaft:
„Niemand sollte das schwere Schicksal um den Tod seines Kindes alleine tragen müssen. Es gibt Hilfe. Echte und tiefgehende Begleitung.“
Dafür sind wir vom Sternenkinderzentrum Bayern da.

2026 by Sandra Wagner - die Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Der Text auf der Sternenkinderzentrum Bayern Seite von unserem 1. Vorstand Herrn Dr. Cuno (links im Bild) zum gestrigen Termin lautete wie folgt:
Gestern war ein besonderer Tag.
Ein Tag des Zuhörens.
Ein Tag der leisen Worte – und der großen Bedeutung.
Wir durften Melanie Huml, ehemalige Bayerische Gesundheitsministerin, bei uns im Sternenkinderzentrum Bayern begrüßen.
90 Minuten kostbare Zeit. Zeit, die sie sich genommen hat, um zu verstehen.
Gemeinsam mit Sabine Schramm, die unsere Arbeit mit so viel Herz und Struktur koordiniert, und Christina Kappe, einer Sternenkind-Mama, wurde sichtbar, worum es wirklich geht.
Christina sprach von Schmerz und Alleinsein.
Von Hilflosigkeit, Dunkelheit und Leere.
Aber auch von Licht. Von Wärme. Von Zugewandtheit.
Vom Zuhören.
Von Begleitung – genau dann, wenn die Welt stillzustehen scheint.
Sie erzählte, was die Zeit nach der Geburt eines Sternenkindes mit ihr und ihrem Mann gemacht hat. Und warum Begleitung in dieser Phase nicht „nice to have“, sondern lebenswichtig ist.
Gleichzeitig haben wir klar benannt, was uns seit Jahren bewegt:
Unsere Arbeit wird von betroffenen Familien zutiefst wertgeschätzt – gesellschaftlich und politisch jedoch kaum wahrgenommen.
Trauer hat keine Lobby.
Erst wenn sie krank macht, greift das System. Dabei könnte so viel Leid präventiv aufgefangen werden.
Die Stimmen der Mütter und Väter – in Videos, die uns erreicht haben – haben gezeigt, wie groß die Not ist. Und wie unschätzbar wertvoll Begleitung sein kann.
90 Minuten Zuhören.
90 Minuten Anerkennung.
90 Minuten Hoffnung, dass sich etwas verändern darf.
Danke für Ihr Interesse.
Und unsere ehrliche Hoffnung:
Dass dieser Besuch der Anfang einer politischen Zuwendung ist, die Eltern zeigt: Ihr seid nicht egal. Ihr seid wichtig.



Kommentare