• Sandra Wagner

Tanze die Trauer in deinem eigenen Bereich!


Es gibt ja unendlich viele Gefühle! Eines davon, nur ein einziges, ist die TRAUER. Dieses Gefühl ist für Menschen, die einen lieben Menschen verloren haben, das allermächtigste. Ein Gefühl, das „gefühlt“ über allen anderen thront.

Trauer ist eine Primäremotion. Ein Urinstinkt, den wir in die Wiege gelegt bekommen. Ein Gefühl, das sich nicht einfach wegdrücken lässt, sondern das da ist, urplötzlich, und dann auch gelebt werden will.

Hinter dem großen Begriff "Trauer" stehen allerdings jede Menge anderer Gefühle.

Genaugenommen ist Trauer ein Sammelbegriff für viele, viele Gefühle. Dazu gehören z.B. der Ärger (oder seine gesteigerte Form, die Wut), die Angst (häufig vor dem Alleinsein, vor der Zukunft, vor ein Leben ohne diesen Menschen), die Ohnmacht, oder auch, die SCHULD.

Darauf möchte ich heute gerne insbesondere eingehen, da es sich in meinen Begleitungen immer wieder zeigt, dass viele Trauernde unterdrückte Schuldgefühle mit sich herumschleppen. Oftmals zeigt sich dieses Gefühl durch eine innere Schwere, eine Art „Klumpen im Bauch“. Dieser Klumpen ist körperlicher Ausdruck eines nicht erfüllten Bedürfnisses, oder anders ausgedrückt, eines unterdrückten Gefühls.

Meistens trägt man solche Schuldklumpen schon lange, lange Jahre mit sich herum… häufig bereits seit der Kindheit. Wenn einem das Außen z.B. immer wieder suggeriert, "falsch zu sein", oder "nicht richtig zu sein", entwickelt sich im Laufe der Zeit das große Bedürfnis "immer alles richtig machen zu wollen", um den anderen zu gefallen.

Das Bedürfnis, das dann hinter diesem Schuldgefühl steht lautet: „Ich will immer alles richtig machen. Ich will immer den anderen gefallen.“

Ein ziemlich hoher Anspruch, wie ich finde.

Wenn wir uns dieser ungesunden Absicht, dieser Konstruktion aus Maßstäben und Regeln aus der Vergangenheit, bewusst werden und lernen, diesen als liebevollen Versuch unseres Selbst anzunehmen, den wir jahre- oder gar jahrzehntelang unter aller Anstrengung unternommen haben, um „für andere richtig zu sein“, vielleicht können wir diesen Schuldklumpen in unserem Bauch dann nach und nach auflösen? Wenn wir uns selbst in Liebe betrachten und uns endlich so annehmen, wie wir sind.

Seien wir nicht länger selbst unser eigener strenger Richter, wie wir es bisher vom Außen und aus früheren Zeiten gewohnt waren!


Nehmen wir die Zeit der Trauer bewusst her, um milde mit uns selbst zu werden.

In Christine Kempkes neuen Buch „Mit der Trauer Leben lernen“ habe ich eine ganz tolle Körperübung entdeckt, die ich gestern gleich mit einer Mama im Wald bei unserem „Seelenwalk“ (dazu erzähle ich euch später mehr) ausprobiert habe:

Arme zur Seite ausstrecken, Hände hoch, als würde man nach links und rechts deutlich STOP sagen, und einmal um die eigene Achse drehen.

DAS IST DEINE GRENZE, DEIN TANZBEREICH, in dem nur du alleine tanzt und in dem dir keiner vor den Füßen herumtanzen darf! In diesem Bereich bist DU FÜR DICH selbst handlungsfähig! Ohne jegliche Bewertung vom Außen!

Probiere es aus und mache diese kleine Übung täglich - TANZE IN DEINEM BEREICH! Gerade jetzt in der Zeit DEINER Trauer – und dann, hörst du niemals mehr damit auf!







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