Zwischen Himmel und Kinderlachen 🌤️
- Sandra Wagner
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn Kinder über den Tod sprechen - und was wir von ihnen über Trauer lernen können 🎈💫
Der folgende Text entstand 2018, als meine Tochter 4 Jahre alt war. Heute, einige Jahre später, hat sich unser Leben verändert, aber eines ist geblieben: Die Art, wie wir mit unserer Trauer leben und wie selbstverständlich auch unsere Kinder ihren eigenen Zugang dazu finden dürfen.
Genau deshalb teile ich diese Erinnerung heute mit euch:
Gestern Nachmittag bekam ich per WhatsApp eine Nachricht von einer Kindergartenmama aus der Kita meiner kleinen Tochter Jona:
„Hallo Sandra, ich muss dich mal etwas fragen.
Habt ihr eine Geschichte mit zwei Engeln, die Romy und Lenny heißen? Lina erzählt ständig davon, dass Jona ihr diese Geschichte immer erzählt und mich würde interessieren, ob das ein Buch ist und wie es heißt. LG und danke“
Ich musste erst einmal schmunzeln. Und gleichzeitig berührte mich die zärtliche Offenheit meiner kleinen Tochter sehr. Anscheinend hatte sie im Kindergarten von ihren beiden Sternengeschwistern Romy und Lenny erzählt. In diesem Moment kam Jona in die Küche gehüpft und ich ging zu ihr in die Hocke.
„Mäusla, schau mal. Ich hab eine Nachricht von Linas Mama bekommen.“
Neugierig betrachtete sie das Profilbild, auf dem auch ihre kleine Freundin zu sehen war.
„Sie hat erzählt, dass du Lina immer so schöne Geschichten über Romy und Lenny erzählst?“
Jona strahlte:
„Ja! Das mache ich immer! Ich hab erzählt, dass Romy und Lenny im Krankenhaus gestorben sind und jetzt Engel sind und im Himmel wohnen. Und dass die uns manchmal besuchen kommen und machen, dass sich das ganz schnell Windrad dreht! Und ich hab ihr gelernt, dass Rosa die Romy-Farbe ist und Hellblau die Lenny-Farbe.“
Mit leuchtenden Augen schaute sie mich an und war sichtlich stolz darauf, dass ihre Geschichte so viel Aufmerksamkeit bekommen hatte.
Ich lächelte voller Liebe und gab ihr einen zarten Kuss auf die Stirn. Und im nächsten Moment war sie auch schon wieder verschwunden, weil ihre Schwester an uns vorbeigaloppierte und Jona als Pferdchen natürlich hinterher traben musste.
Solche Situationen gehören für uns zum ganz normalen Familienalltag.
Was für andere vielleicht außergewöhnlich erscheint, dass man mit seinen Kindern über den Tod spricht und dieses „schwere Thema“ nicht von ihnen fernhält, ist für uns so selbstverständlich wie Zähneputzen oder gemeinsam ein Kinderbuch anzuschauen.
Romy und Lenny haben einen festen Platz in unserer Mitte ❤️💙
Ich würde fast sagen: Sie „leben“ mit uns.
Auch wenn es ein anderes Leben ist, als wir es uns gewünscht hätten, ist es dennoch ein schönes Leben.
Unser Leben.
Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder trauern dürfen und ihren eigenen Weg finden, um mit dem Tod Frieden zu schließen. Indem wir ihnen vorleben, dass Trauer zum Leben dazugehört und dass die Verbundenheit zu einem geliebten Menschen nicht mit dem Tod endet, schenken wir ihnen Vertrauen.
Und zeigen ihnen, dass es etwas gibt, das stärker ist als alles andere:
Nämlich Liebe, die alles, was ist, in sich trägt. ✨💖

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